Eine belgische Kartoffel – das surrealistische Wurfholz

30 06 2007

Unter Bloggern ist es eine verbreitete Eigenart, sich gegenseitig so genannte „Stöckchen“ zuzuwerfen, die meistens eine Art Fragebogen darstellen. Da dies ja beileibe kein privates Blog ist, wollte ich solcherlei Unsinn à la „Was hast du heute gegessen? In wen bist du gerade verliebt? Wie oft onanierst du?“ eigentlich außen vor lassen. Das Stöckchen, das ich nun heute von Konna bekommen habe, ist allerdings so sinnfrei, dass es wunderbar auf dieses Blog passt.

1 - Nehmen wir an, du stehst auf einem Feld. Links neben dir eine Kuh, rechts ein kleiner grüner Außerirdischer mit einer Todesstrahlenkanone. Welche der beiden Plagen würdest du lieber reiten wollen?

Ich würde zunächst bezweifeln, dass es wirklich Plagen sind. Nehmen wir an, es sind beides Plagen, so ist der bewaffnete Außerirdische sicherlich die kleinere Plage, da er mit hoher Wahrscheinlichkeit leisere Laute von sich gibt, angenehmer riecht und weniger Stoffwechselabfallprodukte ausstößt. Folglich würde ich den kleinen grünen Außerirdischen lieber reiten wollen. Hoffentlich komme ich nie in eine solche Situation…

2 - Wir schnitzen zwei Schlüssel aus guatemaltesischem Hartholz, welche anschließend von taubstummen Maori unter Wasser zu Gold geklöppelt werden. Würdest du damit lieber eine Tür zu unermesslichen Reichtümern oder eine Tür zum ewigen Glück aufschließen?

Niemand auf dieser Erde schnitzt Schlüssel aus guatemaltesischem Hartholz; wenn, dann aus guatemaltekischem Hartholz. Folgerichtig schlösse ich damit am liebsten die Tür zum unendlichen Grammatikfundus auf, auf dass er über uns alle komme und uns mit seiner Weisheit erfreue. Ich habe aus diesen Fragestellungen nämlich schon mindestens zehn Fehler gefiltert, dass das mal klar ist!!!

3 - Treffen sich zwei Kosmonauten. Beide grün. In Bezug zur aktuellen quantenmechanischen Gegebenheit, welche Farbe hat deine Unterhose?

Ich werde nicht versuchen, zu erörtern, warum die Kosmonauten grün sind, sondern stur antworten: Blau. Und das, ohne nachzusehen.

4 - Rem Ten Gnu Go.

[x] Ebenso.

[ ] Könnte besser sein.

[ ] Es ist schon Abend, werter Herr.

[ ] Schau doch, all die schönen Kamele!

5 - Zwei Schweine sitzen auf einer Bank. Das eine trägt ein rosa Kleidchen, das andere hält eine Atombombe in der Hand. Was würdest du sie fragen?

Das Schwein mit dem Kleid würde ich zu seinem gelungenen Outfit beglückwünschen, „und außerdem passt das ja ganz ausgezeichnet zu Ihrem Teint, Frau Grunz…“ Das Atomschwein würde ich fragen, warum es seine Nuklearwaffe nicht schon längst an El Kaida verkauft hat – es wäre nun das reichste Schwein auf Erden. Nein, sagen wir, das Zweitreichste. Nach Bill Gates.

6 - Du sitzt an einer Bushaltestelle. Ein Bus mit der Nummer 42 hält und ein Radfahrer mit zwei Playboy-Models steigt aus. Was tust du?

[ ] - Ich werde die Gesetzte der Physik außer Kraft setzen und einen Cheeseburger erschaffen, von dem selbst Gott Magenschmerzen bekommen wird.

[x] - Nichts, denn ich träume nur.

[ ] Den Radfahrer mit Tampons bewerfen, bis er blutet.

7 - Es ist Zeit. Wofür?

Das erinnert mich an ein fest installiertes Kunstwerk in der schönen Stadt Itzehoe: Ein gewiefter Marketingstratege hat den Geschäftsführer (böses Wort!) einer kleinen Filiale einer mir unbekannten und daher nicht genannten Supermarktkette, was für ein langes Akkusativobjekt!, dazu überredet, unter einer übermenschlich großen Digitaluhr („Die Zeit: xx:xx Uhr!“), die an der Straße steht, folgenden Schriftzug anzubringen: „Zeit zum Einkaufen!“

Wirkt besonders spacig, wenn man nachts durch die komplett verlassene Stadt fährt und einem diese penetrante Uhr entgegenblinkt: „Die Zeit: 03:15 Uhr! Zeit zum Einkaufen!“

8 - Wenn 1×1 39 ist, dann ist 37 x 1,5 wieviel?

Ohgott. Wenn 1×1=39, dann 1=39. Wenn 1=39, dann 1,5=58,5. Wenn 1=39, dann müsste aber 37=1443 sein, da 37=37×1, in diesem Falle also 37=37×39. Encodiert wäre die durchzuführende Rechnung also: 1443×58,5, das macht dann 84415,5.

Ich studiere auch nicht grundlos kein Mathe, sondern Latein (da, wo nicht so wenig doppelte Verneinungen gibt).

9 - Salvador Dalí ist

[ ] Ein Genie!

[ ] Ein Wahnsinniger!

[ ] Beides!

[ ] Ein Ei, das sich in die Morgensonne verwandelt und glücklich auf uns hernieder lächelt.

[x] tot. (selbst was schreiben)

10 - 38 wild gewordene Spartaner rennen, wie vom Ochsen gejagt, durch deinen Vorgarten und werfen hierbei mit Blindschleichen um sich. Auf welchen deiner Blogposts würde diese Beschreibung am besten zutreffen?

Das passt ganz eindeutig am besten zu den zwei wildgewordenen Kaczynskis, die ja auch sehr gern mit rhetorischen und diplomatischen Blindschleichen um sich schmeißen.

11 Ich, derjenige der diesen Stock erhalten hat, bin … ähm …

[ ] war

[ ] sein

[ ] Kreuzschlitzschraubenzieher

[ ] Endoplasmatisches Retikulum

[ ] ohne weitere Umschweife gebe ich zu, dass ich (selbst was schreiben)

[x] etwas das (von hier an selber was schreiben) eines Tages mit 23 Dolchstichen ermordet werden wird, weil ich bei jeder falsch geschriebenen Konjunktion einen Anfall bekomme, was mich bei meinen Mitmenschen nicht beliebt macht; und wenn dann auch noch vergessen wird, den soeben eingeleiteten konjunktionalen Nebensatz durch ein einfaches, kleines, süßes Komma abzutrennen, dann wüte ich umher wie die Polen in Brüssel. Und auch dadurch wird man sehr unbeliebt.

Es nehme sich dieses Wurfholz, wer will…Und bitte in den Kommentaren nicht nach dem Sinn des Ganzen fragen!!!

Unwort des Tages: Konjunktionalsatz.


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2 Antworten zu “Eine belgische Kartoffel – das surrealistische Wurfholz”

1 07 2007
romanmoeller (00:38:57) :

Gehen wir mal anders an die Sache ran: was ist nicht der Sinn des Ganzen?

2 07 2007
Lumpi (01:03:43) :

Wissen zu vermitteln, den Geist des Lesers zu erhellen sowie seine Gemütslage zum Positiven zu wenden. :P

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