Katzen in Wald und Flur oder Oscar weiß Bescheid.

31 08 2007

Der Duden hat ja nun beschlossen, dass auf einem standesgemäßen Blog unbedingt Katzenbilder zu sehen sein müssen. Dem habe ich nun schon nachgegeben; zur Sicherheit bringe ich hier aber noch mal eine kleine Katzengeschichte. Man weiß ja nie.

Die Welt teilt sich in Katzenfreunde, Katzenhasser und Katzen-nicht-Kenner. Ich vermute, dass sich erstere ungefähr die Waage halten, während es von letzteren nicht sonderlich viele gibt, schließlich finden sich inzwischen auf jedem Kontinent dieser Welt katzenartige Raubtiere. Felidae, wie der Biologe sagt.

Der typische Katzenfreund ist eine alleinstehende Frau von etwa 60 Jahren, deren einziges Hobby im Päppeln ihres Vierbeiners besteht (der dann auch dementsprechend aussieht); der typische Katzenhasser ist der vor Testosteron beinahe explodierende Mittdreißiger, der als formvollendeter Frauenheld Katzen wegen des wissenden “Jaja-becirce-du-nur-mein-Frauchen-ich-wette-mit-dir-dass-sie-dich-vor-die-Tür-setzt-
bevor-ich-das-nächste-Mal-Junge-bekomme”-Blicks nicht leiden kann. Der typische Katzen-nicht-Kenner ist ein beliebig alter Inuit beliebigen Geschlechts.

Katzen, gemeint ist damit in unseren Breitengraden eigentlich immer eine Normalo-Europäisch-Kurzhaar-Hauskatze, sind die häufigsten Haustiere in Deutschland, demzufolge muss es hierzulande viele alleinstehende 60-Jährige geben. Und viele dicke Katzen.

Was schätzen Menschen an Katzen?

Den Vierbeinern kommt das hartnäckige Gerücht zugute, sie würden Mäuse und Ungeziefer binnen kürzester Zeit effektiv und lautlos vernichten. Außerdem seien sie sehr sauber und stießen niemals etwas um. Leise seien sie auch noch. Und sehr genügsam, weil selbstständig. Und schlau.

Dass von all diesen Eigenschaften eigentlich nur die letzten beiden stimmen, wissen nur die Katzen selbst und einige Eingeweihte (= Katzenbesitzer).

Trotzdem haben Katzen viele Vorzüge. Sie können zum Beispiel dafür sorgen, dass Frauchen zwei Kreditkarten bekommt. Wie diese Katze aus Australien. Eigentlich eher ein Hundejob, möchte man meinen. Ein normales Katzenvieh hätte sich auch heimlich davongestohlen und die Menschen ihrem Schicksal überlassen - nur dieses Exemplar war eben noch ein wenig schlauer. Denn wenn Herrchen und Frauchen verbrannt sind, wer gibt dann das Futter? Eben.

Fragen Sie mal Ihre Tochter, falls vorhanden, warum sie Katzen toll findet (erwähnen Sie dabei nicht, dass das eine Suggestivfrage ist, weil Ihre Tochter dann wissen will, was eine Suggestivfrage ist, und da Sie das wahrscheinlich ebensowenig erklären können wie ich, könnte Sie das in Schwierigkeiten, oder, wie man auch des öfteren diskriminierend sagt, in Schwulitäten bringen). Unterlassen Sie das Fragen, wenn die Tochter jünger als 3 (”Bääbrlltbrrrdldlddei”) oder älter als 12 ist (”Ey Alter, Katzen sind doch voll uncool, man, und überhaupt seit ihr hier alle voll nich krass, ey!”).

Jedenfalls werden Sie als Antwort bekommen: “Weil die ja sooooo süüüüüüüüß sind.”

Und das stimmt ja auch.

Finden Sie nicht? Gut. Versuchen Sie mal, sich zu merken, in welcher Stimmung Sie gerade sind. Versuchen Sie, sich Ihres Gemütszustandes bewusst zu werden, und ja, sich einer Sache bewusst werden, das wird nun mal mit dem Genitiv konstruiert, dafür kann ich auch nichts.

Und nun klicken Sie hier und schauen sich das Foto an.

Und wie fühlen Sie sich jetzt?

Das Kindchenschema greift also. Zugegeben, das war nun auch gemein, immerhin ist das Tier erstens eine Wildkatze, die ja mit unseren Hauskatzen biologisch gesehen ungefähr so viel zu tun hat wie wir mit den Neandertalern, und zweitens war das natürlich ein gar süßes Katzenbaby aus dem Wildpark Eekholt bei Bad Segeberg (das ist da, wo Winnetou und Old Shatterhand herumreiten). Die erwachsenen Leisetreter sind vielleicht nicht ganz so süß, ich gebe es ja zu.

Mal ganz davon abgesehen, ob Sie Katzen mögen oder nicht: Die Geschichte von Oscar dürfte Sie interessieren. Oscar ist ein ganz normaler Europäisch-Kurzhaar-Kater. Und das, obwohl er in Amerika lebt, genauer gesagt im US-Bundesstaat Rhode Island. In einem Pflegeheim. Und Oscar hat eine Gabe. Der Kater ahnt nämlich den Tod von Patienten voraus. Mit einer beeindruckenden Trefferquote: 25 Mal hat Oscar mit seiner Vorhersage schon richtig gelegen - keinen Sterbefall hat er übersehen. Der Kater geht in die Zimmer der Patienten, beschnuppert sie und legt sich zu ihnen ins Krankenbett. Das bedeutet dann: Der Patient hat meist nur noch weniger als vier Stunden zu leben. Das Personal der Demenzabteilung eines Pflegeheims ist inzwischen dazu übergegangen, die Angehörigen zu rufen, wenn Oscar sich irgendwo bei einem Patienten niederlässt. Wenn der Patient verschieden ist, geht der Kater wieder seiner Wege. Ansonsten meide er nämlich den Kontakt zu Menschen, heißt es.

Irgendwie muss das Tier ja mitkriegen, dass diese Menschen dem Tode nahe sind - der kann also was, was kein Mensch kann.

Das liegt vielleicht daran, dass der zweijährige Kater in diesem Heim aufgewachsen ist. Vielleicht aber auch nicht: Zum Heim gehört noch eine zweite Katze. Und die interessiert sich so gar nicht für Sterbevorhersagen, sondern führt ein ganz normales Katzenleben.

Ich sagte schon, Katzen sind wie Menschen. Das heißt: Sie sind nicht sonderlich fleißig, stoßen oft Sachen um und sind in keiner Weise genügsam. Im Gegensatz zu Menschen haben Sie aber das Glück, irgendwann einmal gegenteilige Gerüchte in Umlauf gebracht zu haben.

Ein kleiner Beweis dafür, dass auch Katzen gelegentlich zu Kurzschlusshandlungen neigen, die sie später bereuen:

Unwort des Tages: Hund.


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2 Antworten zu “Katzen in Wald und Flur oder Oscar weiß Bescheid.”

1 09 2007
MuGo (18:19:34) :

Katzen sind die derbst fettesten Tiere die es gibt!

Hunde stinken, Katzen rulen! Einfacher Merksatz und zu 1000% wahr.

4 09 2007
Katzen rulen! | Oder wie man unsinnige Beitrage schreibt… | Eugen Wirz' Blog (20:43:51) :

[...] ich will wieder Trackbacks! Deshalb habe ich so nen coolen Beitrag von irgendwem gelesen, der über Katzen handelt, toll, nicht wahr? (Ja, man merkt wirklich, dass ich nur [...]

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