ICH WILL ABER!!!!! - Kinderschicksal in der Antike

16 11 2007

Noch ein Artikel über die Jugend. Diesmal allerdings kein Artikel über die Jugend von heute, sondern einer, der Ihnen mal ganz pragmatisch die Probleme der Kindeserziehung in der Antike aufzeigt.

Das Zitat unten ist der glücklicherweise erhaltene Brief des kleinen Theon an seinen gleichnamigen Vater, geschrieben wohl im zweiten oder dritten Jahrhundert nach Christus, irgendwo in den Wüstenländschaften Ägyptens. Gefunden hat man den Papyrus in Oxyrhynchos (das ist keine ansteckende Krankheit, sondern eine antike Stadt in Ägypten).

“An Theon von seinem Sohn Theonchen. Theon grüßt seinen Vater Theon. Das hast Du toll gemacht. Nicht mitgenommen hast Du mich mit die in die Stadt. Wenn Du mich nicht mit Dir nach Alexandria nehmen willst, dann schreibe ich die keinen Brief und spreche nicht mit Dich und wünsch Dich nicht Gesundheit. Wenn du mich nicht mitnehmen willst, wird es so. Und Mama hat zu Archelaos gesagt: „Er macht mich nervös, nimm ihn weg.“ Aber das hast Du schön gemacht, Geschenke hast Du mir geschickt, und was für große! Sie haben mich an jenem Tag ausgetrickst, am 12., als Du Dich eingeschifft hast. Also schicke jetzt nach mir, ich bitte Dich! Wenn Du nicht schickst, dann esse und trinke ich nichts. So! Ich wünsche Dir Wohlergehen. Am 18. Tybi.”

Sie sehen, an den Konflikten zwischen Kindern und ihren Eltern hat sich in den letzten 1800 Jahren nicht sonderlich viel geändert. Neu ist nur die “Stille Treppe” (und der Beruf der Fernseh-Diplom-Pädagogin).


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3 Antworten zu “ICH WILL ABER!!!!! - Kinderschicksal in der Antike”

16 11 2007
Jenni (02:03:31) :

Nej, wie ist das mal süß *g Ich kann mir das so richtig vorstellen wie er da sitzt und mit roten Flecken im Gesicht an seinen Papa schreibt :)

16 11 2007
romanmoeller (14:12:39) :

Wo hast du das denn her? Das ist geschrieben wie eine Spam-Mail, die von asiatischen Akkord-Arbeitern ins Deutsche übersetzt wurde! ;-)

16 11 2007
Basti (16:53:33) :

Auf den Text aufmerksam wurde ich in einem Proseminar an der Uni - es geht um das dritte Jahrhundert. Da passt der Brief doch auch eigentlich ganz gut dazu - wiewohl er natürlich nicht unbedingt die großen Geschehnisse in der Welt beschreibt, aber immerhin…

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