Die Waschmaschine ist tot, es lebe die Waschmaschine

11 12 2007

Meine Waschmaschine ist tot. Sie hat aus irgendeinem Grunde im Laufe des gestrigen Tages beschlossen, zum Weißen Riesen in den Waschmaschinenhimmel aufzusteigen. Oder zu Meister Proper in die Hölle hinunter.

Denn es begab sich vorgestern, dass ich in einem Anfall geistiger Umnachtung eine Maschine Wäsche anmachen wollte (das geschieht nicht sonderlich häufig). Also habe ich mich in mein Badezimmer geschwungen, die Maschine mit einem ordentlichen Arm voll miefiger Wäsche gefüllt, giftgrünen Alienkot in eines der zahlreichen zur Verfügung stehenden Fächer eingefüllt, aus der umfangreichen Liste ein (hoffentlich) passendes Programm ausgesucht und den Zulaufschlauch vorschriftsmäßig an meine Dusche (!) angeschlossen. Den Ablaufschlauch schwang ich mit Lust in die Toilette. Also nicht meinen (da ist nicht genug Platz für uns zwei…), sondern den der Waschmaschine.

Ich fuhr meinen Daumen aus, drückte auf den POWER-Knopf und es rührte sich NICHTS. Ich fluchte also zunächst leise und unterdrückt, dann laut und hingebungsvoll. Auch davon ließ sich Hoover nicht erweichen, denn sie war zu jenem Zeitpunkt wahrscheinlich schon längst im weißen, wattigen Waschmaschinenhimmel (immerhin ist sie ja auch schon ich-weiß-nicht-wie-viele-Jahre-alt… wir haben uns bei einem Trödler kennengelernt).

Ich hätte es kommen sehen müssen. Schon seit Wochen tat sich Hoover ein wenig schwer mit dem Waschen an sich - ein äußerst unangenehmer Zustand für eine Waschmaschine, schließlich verdient sie sich damit ihr täglich, ähh, Strom. Jedenfalls sprang das Gerät beim Waschen im Badezimmer umher wie ein Taliban vor der Moschee. Und es machte auch so ähnliche Geräusche. Naja, zumindest knallte und wummerte es gar fürchterlich beim Waschen. Komischerweise nicht beim Schleudern, sondern nur beim normalen Waschvorgang. Es klang so, als ob ich in meinem Badezimmer regelmäßig Vertreter oder Postboten oder Boten des wahren Glaubens oder sonstige Menschen mit Nervpotential hinrichten würde. Dass mir noch niemand die Polizei auf den Hals gehetzt hat, lässt sich nur dadurch erklären, dass ich in einem Haus mit vornehmlich älteren Herrschaften wohne.

Jedenfalls hat es sich jetzt ausgeknallt, waschmaschinentechnisch. Hoover wird für immer schweigen.

Und irgendjemand muss dieses schwere Viech nun abholen, und zwar möglichst kostenfrei. Glücklicherweise gibt es ja Menschen, die mit toten Waschmaschinen und Elektroherden ihr Geld verdienen - was auch immer sie damit tun, es ist mir egal. Vielleicht verkaufen sie sie als Kettenanhänger nach Russland oder so.

Mein Problem ist ein finanzielles: Ich brauche eine neue Waschmaschine. Und möglichst keine vom Trödler…

Nur woher nehme ich das Geld? Wenn ich mir die Preise so anschaue, dann müssen diese modernen Waschmaschinen ja nicht nur Wäsche waschen, sondern auch Geld drucken können oder tapezieren oder toasten oder sonst irgendwas Tolles. Anders kann ich mir die Preise nicht erklären…

Na wer weiß. Hoover kriegt jedenfalls noch eine Chance morgen - manchmal haben ja Elektrogeräte die angenehme Eigenschaft, aus dem Tode einfach so wieder aufzuerstehen und so zu tun, als sei nichts passiert.

Ich werde also heute Abend für Hoover beten, liebe Leser. Ich hoffe, Sie beten mit mir. Zu wem auch immer, ist mir wurscht.

Unwort des Tages: Ablaufschlauch.


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9 Antworten zu “Die Waschmaschine ist tot, es lebe die Waschmaschine”

11 12 2007
Jenni (22:53:09) :

Oweia, das Problem kenn ich nur zu gut. Vor allem, wenns dann noch so wie bei mir ein Toplader sein musste (Platzmangel). Ich hab meinen letztendlich gebraucht für 150 Eus geschossen. Immer noch ne Menge Holz, aber ich hatte enn Jahr Garantie drauf und wer Lust hat, kann ja mal gucken, was son Teil in neu kostet :) Wenn ich es nicht wieder vergesse, bete ich auf jeden Fall mit dir zu diesem Wemauchimmer ;)

11 12 2007
Sebastian (22:54:59) :

Kaputte Waschmaschinen sind eine Horrorvorstellung. Traurig wird’s natürlich, wenn die persönliche Bindung soweit geht, dass man ihnen Namen gibt.

Das sind einfach so große, teure Dinger, dass ich nie darüber nachdenke, wie ich dieses Teil einmal 4 Stockwerke engsten Treppenhauses wieder runterkriegen soll. Ich wünsch jedenfalls viel Glück bei der Neubeschaffung.

Ich tippe ja übrigens auf *an die Stirn tick* Lochfrass, also diese Krankheit, die dieses komische Teil angreift, das Dieter Bürgy immer hochgehalten hat.

11 12 2007
Basti (23:07:27) :

Danke für euer Mitgefühl…

Ja, was den Namen angeht hast du Recht, Sebastian. Aber das macht es nur um so tragischer - jetzt ist jemand verstorben, der sogar einen Namen hat… *seufz*

Wer ist denn eigentlich Dieter Bürgy? Klingt schon fast schweizerisch… oute ich mich jetzt als unwissend…??

11 12 2007
Sebastian (23:11:30) :

Bürgy gelang zu Ruhm, als Raab noch witzig war, also irgendwann in den späten 90ern war das glaube ich.

11 12 2007
Basti (23:21:30) :

Ahhh ja. Alles klar. Danke für die Info…
… ich find’s tatsächlich witzig, mal so nebenbei gesagt :-).

13 12 2007
romanmoeller (10:41:29) :

Den Bürgy kenn ich auch noch.

Aber in der Tat ergiben sich durch den Defekt einer Waschmaschine im Gegensatz zu manch anderen Elektrogeräten zwei Grundprobleme:

1.) Eine neue Waschmaschine ist sehr kostenintensiv.
2.) Wohin mit der Alten (Waschmaschine)??

Das habt ihr ja alle auch schon gesagt - ich wollte es nur nochmal kurz zusammenfassen und zum Ausruck bringen, das ich euch ohne Einschränkungen zustimme! ;-) Auch ich habe einen Horror in Erwartung des Tages, in der meine Waschmaschine den Geist aufgeben wird. Meine ist übrings nicht von Hoover, sondern von Bauknecht - da muß ich mir schonmal den bekannten Werbespruch von Bauknecht anhören. Na ja.

Unvergesslich bleibt allerdings der Anschluß des Gerätes. Dort fehlte so ein Adapter, den der Vermieter stellen muß (der fehlt grundsätzlich immer!). Dann kam so ein Techniker (in Auftrag des Vermieters) und improvisierte. Er sagte zu mir wörtlich: “Joaa, das müssen se mal beobachten!”. Hab ich dann auch gemacht, das Meisterwerk der inkompetenten Improvisation war undicht und ließ sprichwörtlich Wasser. Dann ist der Techniker wieder da gewesen und hat eine etwas professionellere Variante installiert. Er sagte allerdings wieder exakt den selben Satz zu mir: “Joaa, das müssen se mal beobachten!”. Das ließ mich an einer endgültigen Lösung zweifeln. Wenn ein Techniker sowas sagt, ist das praktisch ja schon eine Ankündigung für ein baldiges Wiedersehen! Zum Glück hat es dann wieder funktioniert.

13 12 2007
Sebastian (12:29:19) :

Die Typen von Quelle wollten unsere Maschine hier anschließen. Am Ablaufhahn hing aber noch ein Schlauch von der alten dran, den wollten die nicht abmachen. Wegen der Versicherung. Einen Schlauch! Naja, haben wir den Rest eben selber gemacht. Techniker…

15 12 2007
konna (21:06:58) :

Basti und die Waschmaschine… dazu brauche ich glaube ich nichts mehr zu sagen. :P

12 01 2008
Bloglinks am 11. Januar « Lurlene Giese - Blog (17:53:45) :

[...] Die Waschmaschine ist tot, es lebe die Waschmaschine bei Das Unwort - Unseriöse, unerhört unpolitische Ungereimtheiten [...]

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