Die deutsche Sprache ist zwar schön, aber auch schaurig. Nicht zuletzt deswegen, weil die Deutschen in ihrer Reformsucht (wahrscheinlich Luthers Erbe… sola scriptura…) nicht einmal davor zurückschrecken, ihrer eigene Rechtschreibung zu reformieren. Und das gleich mehrmals!
Trotz und wegen aller Reformen und Reförmchen bleiben viele Begriffe in unserer Sprache erhalten, deren Schreibung auf den ersten Blick so gar nicht einleuchten will. Und damit dieser Artikel nicht so lang und weilig wird und weil ich ohnehin noch vorhabe, mich an anderer Stelle über die Krankheit Rechtschreibung auszulassen, beschränke ich mich an dieser Stelle auf ein besonderes Phänomen in unserer Sprache. Ein Phänomen, um das uns die Engländer, Franzosen und Chinesen beneiden, denn sie besitzen es nicht. Sie verzehren sich jedoch danach (zumeist, ohne es zu wissen - die schlimmere Form des Verzehrens, weil ihr ja die Verdrängung des Verzehrens vorausging, man also genau genommen noch kränker ist).
Es geht um den wunderbaren Buchstaben
Ä
Den gibt es ja außer bei uns eigentlich nur in Finnland, Schweden, Estland und in den Weiten der osteuropäischen Pampa.
Trotzdem ist das Ä sehr wichtig, denn es macht sehr wohl einen Unterschied, ob man A schreibt oder Ä. Sogar und besonders in Finnisch:
Nain heißt nicht etwa nein, wie der Teutone nun gewohnt stumpfsinnig denken könnte. Nein, nain heißt “ich sah”. Bringen wir nun zu Testzwecken das Ä ein, wird es zu näin und heißt “ich hatte Sex”. Sie sehen also, das Ä ist wichtig. Und Sie lernen, im Finnland-Urlaub niemals “Nein, nein!” zu sagen, denn das heißt: “Ich sah, dass ich Sex hatte”. Oder zumindest so ähnlich. Den Rest des Beitrags lesen »



Unlängst kommentiert