Argh! Ich kriege ein Reisfeld!

30 06 2008

Die Deutschen gehen ja zum Lachen in den Keller. Und da die meisten Deutschen keinen Keller haben, lachen sie halt auch einfach nicht. Das ist der Grund dafür, dass in Deutschland immer alle so griesgrämig sind - sie haben keine Keller.

Die Österreicher können zum Lachen nicht in den Keller gehen, weil der in der Regel von eingekerkerten Familienmitgliedern bewohnt wird. Daher lachen sie im Freien und auch dementsprechend öfter, genauso wie alle anderen Südländer. Letztere verstecken ihre Kinder aber nicht im Keller, sondern schicken sie zum Arbeiten nach Deutschland.

Je weiter man aber in den Norden geht, desto wütender werden die Menschen. In Skandinavien ist es besonders schlimm, da gibt es ja auch am wenigsten Keller.

Doch auch die Briten geben sich gelegentlich ausführlich dem Griesgrämigsein hin. Sie haben dabei allerdings eine etwas eigenartige Angewohnheit: Sie gehen zum Wüten ins Reisfeld.

Das mag zunächst etwas ungewöhnlich klingen, ist aber doch auch nicht unlogischer, als zum Lachen in den Keller zu gehen. Andere Länder, andere Sitten.

Nun ist dieser eigenartige Brauch aber nicht auf die Klimaerwärmung und das damit verbundene plötzliche Auftreten von Reisfeldern auf den britischen Inseln zurückzuführen, sondern vielmehr auf die Eigenheiten der englischen Sprache.

Der Brite, wenn er wütend ist, sagt von sich selbst in seiner Muttersprache, er sei “in a paddy”. Nun ist das englische Wort “paddy” allerdings eines der bauchigsten Teekesselchen, die ich jemals gesehen habe, denn es hat unglaublich viele Bedeutungen. Reisfeld, zum Beispiel. Aber eben auch Wutanfall.

Ebenso naheliegend die dritte Bedeutung: Patschehändchen. Man stelle sich die deutschen Übersetzung vor: “AAAAHHHHHRRRRGHHH!! Ich kriege hier nochmal ein Patschehändchen!!!!!!!!!!!!!”

Paddy ist allerdings auch noch die umgangssprachliche Bezeichnung für die Iren. Historisch und soziologisch also sehr interessant, dass der Brite, wenn er wütend ist, “einen Iren bekommt”.

Iren und Irre liegen ja auch im Deutschen recht nahe beieinander, und so ist es auch im Englischen. Ein “paddy wagon” bezeichnet nicht etwa einen Wagen voller Iren, sondern einen Wagen voller Irre, nämlich wahlweise einen Anstaltswagen oder auch einfach eine grüne Minna.

Sie sehen: Britische Gewohnheiten sind deswegen so ausgefallen, weil die Sprache es so will. Da kann man nichts machen, kann man?!

Unwort des Tages: Paddy.


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5 Antworten zu “Argh! Ich kriege ein Reisfeld!”

30 06 2008
AMUNO (22:08:51) :

Die Frage ist ja, warum die Briten nicht in den Keller gehen? Schließlich sind sie in dieser Hinsicht ja bevorzugt und haben statt einfacher Keller ganze Gewölbe zu bieten. Ich kann es mir nur so erklären, dass der Weg einfach zu umständlich für sie wäre, sie sollen ja noch große Anhänger des Silly Walkings sein.

Gruß

AMUNO

1 07 2008
buchstaeblich (10:12:47) :

Ist es überhaupt jugendfrei, wenn ein Brite “in a paddy” - also in einem Iren - ist und man am hellichtenVormittag darüber schreibt? ;-)

1 07 2008
Basti (13:17:02) :

Es ist dann jugendfrei, wenn man will, dass es jugendfrei ist… ;-)

2 07 2008
julial49 (10:47:22) :

Hach, die britische Sprache (oder muss es heißen: die englische Sprache?!?) ist immer wieder gut für einen Lacher am Morgen!
Und so hübsch verpackt wie beim Unwort bekommt man das auch selten zu lesen…

2 07 2008
Basti (11:06:49) :

Ich würde sagen, dass der Begriff “Britische Sprache” irreführend ist. Das suggeriert ja, dass Britisch eine eigene Sprache ist, was es ja - zumindest offiziell - nicht ist.
Mir scheint die Wikipedia-Definition logisch, wonach es eine Englische Sprache gibt und darin quasi als Unterkategorie z.B. AE oder eben auch BE, also Britisches Englisch.
Also: Die englische Sprache, und darin irgendwo, ein kleiner Teil, das Britische Englisch.
Ist auch lustig mit der Groß- und Kleinschreibung im Deutschen, merke ich gerade…

Ich habe heute meinen sprachwissenschaftlichen Tag…

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