Alle Jahre wieder - nachhaltiges Wählen auf kommunaler Ebene

24 05 2008

Denken Sie doch mal daran, liebe Bürgerinnen und Bürger, sich zu freuen, dass Sie in einer Demokratie leben. Versuchen Sie es einfach mal. Beim Einkaufen. Oder beim Verharren im Wartezimmer (da haben Sie doch sowieso nichts zu tun). Oder beim Geschlechtsverkehr.

Freuen Sie sich also, bürger Lieberinnen und Lieber, dass wir in einer Demokratie leben und es uns deshalb so gut geht.

Wegen dieser Einleitung könnte ich mich eigentlich von der SPD als Kandidat zur Bundespräsidentenwahl aufstellen lassen, nicht wahr? Aber das ist ein anderes Thema.

Thema, under Bürgerinnen lieber Bürg, ist die Wahl, die ja nun morgen stattfinden wird. Für diejenigen von Ihnen, die jetzt in Panik verfallen und sich selbst für ernsthaft dement halten: Es sind nur Kommunalwahlen, und zwar in Schleswig-Holstein.

Wie langweilig, denken Sie jetzt.

Aber nein, lieber Underinnen bürg Under, mitnichten! Sie wissen ja, die Wahlen sind wichtig. Sie sind gewissermaßen, um in etwas antiquierten Worten zu sprechen, die Tretmühlen unserer Demokratie. Es ist zwar anstrengend, hinzugehen, aber es geschieht für einen guten Zweck. Sie wissen schon. Kampf gegen rechts und so. Den Rest des Beitrags lesen »





Aktives, nachhaltiges Phrasendreschen

8 05 2008

Wie schön, dass der Mensch fähig ist, zu sprechen. “Langage” nannte das der berühmte Schweizer Sprachwissenschaftler Ferdinand de Saussure. Warum auch immer. Das u hat er vielleicht vergessen und uns deswegen ein neues Fachwort beschert… er war halt Wissenschaftler. Und dazu noch einer, der sich freiwillig mit Linguistik beschäftigte. Solche Menschen ekeln mich geradezu an…

Glücklicherweise sind die Fieberträume des Saussure nicht Thema dieses Artikels. Es geht vielmehr um unsere typisch deutsche Angewohnheit, im Bewusstsein unserer eigenen Wichtigkeit sofort und als hätte man einen Schalter umgelegt hochgestochen und sinnentleert daherzufaseln, sobald wir um ein Statement gebeten werden.

Haben Sie schon mal zu Ihrem Geschlechtspartner gesagt: “Ich trage mich mit dem Gedanken, unsere zwischenmenschliche Beziehung am heutigen Abend auf effektive Weise nachhaltig aktiv zu gestalten”? Oder beim Schlachter: “Zur Befriedigung eines aus dem Instinkt erwachsenen menschlichen Bedürfnisses und zur Ankurbelung und nicht zuletzt auch Aufrechterhaltung des Stoffwechsels, der mich und auch Sie am Leben erhält und in Zukunft erhalten muss, soll, darf und kann, erwerbe ich hiermit zweihundertundneunzig Gramm feinsten Hackfleisches, das vor einiger Zeit aus sowohl Schweine- als auch Rindfleisch zusammengeführt worden ist.” Den Rest des Beitrags lesen »





Böhmer weiß (als Einziger): DDR ist Schuld an Kindermorden!

24 02 2008

Stellen Sie sich vor, Sie müssten ein Leben als Politiker führen. Sie hätten zwar eine Menge Geld, jedoch keine Zeit, dafür aber eine fette Plauze. Sie müssten ständig irgendwelche Tagungen besuchen, Reden schwingen, die irgendwer für Sie schreibt (im schlimmsten Fall müssten Sie die Reden auch noch selbst schreiben, oweiowei..); Sie müssten argumentieren, dementieren, proskribieren, annulieren, verkomplizieren, Fensterschlieren… All das. Reden, reden, reden, den ganzen Tag.

“Warum schreibt der so ein fürchterliches, abgedroschenes Klischee in einen solch tollen Text?”, fragen Sie sich.

Ich, als guter Christ, versuche nur, den armen Herrn Wolfgang Böhmer, seines Zeichens Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, zu rechtfertigen. Wenn man berufsmäßig so viel redet wie Herr Böhmer und seine Kollegen, dann kann da nämlich auch mal was schiefgehen. Sollte zwar nicht, aber kann ja mal sein. Böhmer ist nämlich in einem Interview mit dem linken Schmierblatt “Focus” eine interessante Formulierung entwichen. Nach dem Grund für die ungewöhnliche Anhäufung von Kindermorden in Ostdeutschland gefragt, sprach er, und die Weisheit quoll ihm förmlich aus allen Körperöffnungen: Den Rest des Beitrags lesen »





Jetzt ist es raus: Muslime sind normal!!!!

21 12 2007

Es ist kaum zu fassen, mit welch bahnbrechender Erkenntnis die Kollegen von der Onlineredaktion der Deutschen Welle uns heute wieder überraschen. Da wird pompös getitelt: “Deutsche Muslime nicht radikaler als Nichtmuslime“. Herzlichen Glückwunsch, kann ich da nur sagen. Was für ein Wunder. Da muss wohl einer sämtliche Früchte des Baumes der Erkenntnis zunächst geerntet und dann geraucht haben.

Warum, frage ich mich, sollten denn auch Muslime radikaler sein als Deutsche, die einer lustigeren Religion frönen? Will mir hier einer erzählen, das Christentum sei friedlich, oder was?

Die unglaubliche Überschrift der Deutschen Welle verdanken wir einer Studie zur Gewaltbereitschaft deutscher Muslime. Das ist ja schon mal eine äußerst gefährliche Studie, weil sie entweder das Bild zerstören könnte, das erschreckend viele Deutsche von Muslimen zu haben scheinen (nämlich das der langbärtigen, turbanbehaupteten, dunkelhäutigen, gewalttätig dreinblickenden, hageren Gestalten, die eine Kalaschnikow geschultert haben und in ihren Mägen Bomben produzieren, die sie auf Kommando ausscheiden können) oder eben jenes Bild bestätigen und die arme Bevölkerung und besonders Herrn Rolle-Rolle-Schäuble in Panik versetzen könnte. Den Rest des Beitrags lesen »





SKANDAL! WWF WILL KÜHEN DAS FURZEN VERBIETEN!

18 11 2007

Kuh

Sagen Sie selbst: Kann ein so friedlich dreinschauendes Tier ein Killer sein? Ein Klimakiller gar? Können diese Augen lügen?

Der WWF ist jedenfalls davon überzeugt. Von dort erschallen energische Rufe nach einer Emissionssteuer für Landwirte.

Dabei geht es eigentlich nicht um die Landwirte selbst, sondern um ihre Kühe. Denn die furzen. Und das stinkt. Das stinkt sogar dem WWF, denn Kuhfurz enthält Methan, und Methan wirkt 21 Mal so stark auf die Atmosphäre wie Kohlendioxid. Kuhfurz stinkt also tatsächlich zum Himmel. Und zwar so richtig. Den Rest des Beitrags lesen »





Koalition strebt in seltener Einigkeit Diätenerhöhung an

3 11 2007

Ich bin fast vom Schreibtischstuhl gefallen, als ich eben die Schlagzeile las: “Koalition strebt kräftigen Diätenaufschlag an”.

Habe ich vielleicht irgendwas nicht mitgekriegt? Die Tagesschau hat gestern eine zweiminütige MAZ über den Koalitionsstreit gebracht, wo all die Punkte aufgezählt wurden, in denen sich die Damen und Herren von CDU und SPD uneins sind. Und es waren viele. Sehr viele.
In einer Sache herrscht aber grundsätzliche Einigkeit, sowohl im Bundestag als auch in den Landtagen unserer schönen Bundesrepublik. In dieser Sache dürften sogar die Abgeordneten der NPD zustimmen. In der Frage der Diäten nämlich. Die müssen für Bundestagsabgeordnete nun aber auch endlich mal wieder erhöht werden, meinen die Bundestagsabgeordneten. Immerhin hat es seit 2003 keine Erhöhung mehr gegeben!

Also: Rauf mit den Diäten! Geplant ist eine Erhöhung um 9,4 Prozent (in Worten: Neun Komma vier), das sind etwa 700 Euro, auf 7700 Euro im Monat. Das ist so viel wie ein oberster Bundesrichter. Der oberste Bundesrichter allerdings arbeitet nicht nebenbei noch für etliche Tausender für Vereine, Firmen oder sonstige Krankheiten. Und der oberste Bundesrichter legt die Höhe seiner Bezüge auch nicht selbst fest.

Die SPD betont, dass die Erhöhung nur stattfinden kann, weil gleichzeitig die Altersbezüge gesenkt werden. Der Plan sieht in der Tat eine kleine Absenkung der Pensionen vor: 4 Prozent sollen es sein.

Ich behaupte einfach mal, dass in den letzten Jahren äußerst äußerst äußerst wenige Menschen eine Lohnerhöhung von fast 10% bekommen haben. Und dann auch noch auf diesem hohen Niveau. Die Löhne in unserem schönen Lande sind in den letzten Jahren entweder gar nicht oder nur leicht gestiegen; in einem Maße jedenfalls, das die Inflation nicht einmal ansatzweise ausgleicht.

Ausnahme sind vielleicht die Lokführer…

Warum nehmen sich die ehrenwerten Abgeordneten des Bundestages das Recht heraus, ihre Bezüge so massiv zu erhöhen? Haben sie nicht schon genug Geld? Sind sie nicht im Alter auch genug abgesichert, zumal ja die Möglichkeit besteht, sich während der Arbeit als Abgeordneter ein paar Tausender im Monat dazuzuverdienen?

Ein gutes Vorbild geben sie ab, unsere Politiker. Sie sitzen an der Quelle und können ganz legal die Hand aufhalten.

Wer würde das nicht tun, wenn er sein Gehalt selbst bestimmen könnte?

Unwort des Tages: Diäten.





Putin hier, Putin da - Putin und kein Ende. Russland im 21. Jahrhundert.

1 10 2007

Heute hat Wladimir Putin sein drängendstes Problem gelöst; das Problem, das ihn auf schicksalhafte Weise mit Publikumsliebling George W. Bush verbindet. Putin darf nämlich nur zwei Amtszeiten lang Präsident des schönen Russland sein - Georgy-Boy ergeht es im wilden Amerika genauso.

Verständlich, dass man nach einigen Jahren im Amt nicht sehr erpicht darauf ist, den gemütlichen Sessel der Macht zu räumen (ich sage nur: SCHRÖDER!). Wladimirs Glück ist: Er lebt, wohnt und wirkt in Russland. Und Russland ist für Einflussreiche das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Nächstes Jahr im März muss er den Präsidententhron verlassen - seit heute ist aber klar, dass er bei den Parlamentswahlen im Dezember als Spitzenkandidat der Partei “Einiges Russland” antreten wird. Womit feststeht, dass diese Partei die Wahlen gewinnt und klein Wlado Ministerpräsident wird. Der jetzige Premierminister und Putin-Schoßhund Subkow wird sich dann zum Präsident wählen lassen.

Womit zwar die Verfassung gewahrt bleibt, aber Putin im Hintergrund immer noch wunderbar die Fäden ziehen kann.

Eine weitere interessante Möglichkeit wäre die, dass Subkow recht kurz nach der gewonnenen Präsidentenwahl zurücktritt und Putin dann ganz legal das Amt des Präsidenten wieder übernehmen kann… schreibt die FTD.

So einfach wird George Bush das nicht haben: Er ist dazu verdammt, die Verfassung auch tatsächlich einzuhalten. Aber in Amerika macht man das ja anders - da wird das Präsidentenamt vererbt. Mit ein paar Jahren Verspätung.

Russland, so viel steht jedenfalls fest, ist von der Demokratie so weit entfernt wie Osama Bin Laden von der Papstmütze. Und ja, ich weiß, dass es für diese Kopfbedeckung einen hochoffiziellen Namen gibt. Ist mir aber wurscht.

Unwort des Tages: Borschtsch.





Unwort Videocast #4

30 09 2007

Der Unwort Videocast - diesmal mit einer hochpolitischen Message zum Thema Burma und der offiziellen Begrüßung des wunderschönen Herbstes. Holladrihöö.





Alle Jahre wieder kommt das Mehdornkind auf die Kunden nieder…

25 09 2007

… und zieht ihnen das Geld mit Wucht aus der Tasche: Endlich wird das Bahnfahren wieder teurer. Mir war schon ganz langweilig - schließlich gab es seit einem dreiviertel Jahr keine Erhöhung der Fahrpreise mehr.

Um durchschnittlich 2,9 Prozent sollen die Preise im Nah- und Fernverkehr nun steigen, heißt es heute. Auch Bahncards und Sitzplatzreservierungen sollen teurer werden.

Eigentlich lohnt es sich nicht wirklich, sich darüber aufzuregen, denn dann würde man seine Gesundheit ernsthaft gefährden - schließlich hat die Bahn in den letzten Jahren JEDES Jahr die Preise erhöht.

Natürlich seien die Energie- und Personalkosten wieder gestiegen. Das mag ja auch sein. Nur sollten die Bahnpreismacher, wer immer sie auch sein mögen, sich einmal vor Augen halten, wie teuer Bahnfahren jetzt schon ist. Und es ist, im Vergleich mit dem europäischen Ausland, exorbitant teuer. Da hilft auch ein Labyrinth von Spartarifen nichts, das erwiesenermaßen nicht mal Bahnangestellte jemals verstanden haben.

Seien wir realistisch: Die Bahn kommt zwar meistens pünktlich, gelegentlich aber auch mal überhaupt nicht. Das Personal ist in der Regel gleichgültig bis unfreundlich, die Züge laut, stinkig, schmutzig und heruntergekommen. Und trotzdem ist Bahnfahren unglaublich teuer und in den meisten Fällen im direkten Vergleich zum Auto oder gar dem Flugzeug nicht im geringsten konkurrenzfähig.

Ich stand neulich vor der Entscheidung, wie ich nach Stuttgart reise. Ich habe mich über die Bahntarife informiert und bin fast vom Stuhl gefallen: Eine achteinhalbstündige Bahnfahrt nach Stuttgart hätte mich 119 Euro gekostet. One way.

Mein einstündiger Flug, den ich dann gebucht habe, kostet 100 Euro. Hin und zurück.

Noch Fragen, Herr Mehdorn?

Und jetzt kommen Sie mir nicht mit der Umwelt. Ich würde ja auch liebend gern Bahn fahren und meinetwegen auch die paar Stunden zusätzliche Reisezeit in Kauf nehmen, aber for heaven’s sake nicht dann, wenn ich dafür auch noch doppelt so viel bezahlen muss. Und das vor der diesjährigen Preiserhöhung. Tut mir ja leid für die Umwelt, aber ich bin kein Krösus.

Alle reden sie davon, den Verkehr auf die Schiene verlagern zu wollen. Und gleichzeitig geht es um die Privatisierung der Bahn, was das Streben nach geilen Bilanzen und damit Preiserhöhungen zur Folge hat. Das ist genauso schwachsinnig wie Studiengebühren einzuführen, um damit mehr Menschen zum Studieren bewegen zu wollen.

Logik scheint nicht die Stärke der Entscheider in dieser Bundesrepublik zu sein. Schade eigentlich.

Unwort des Tages: Die Bahn.





Reinhards einsamer Kampf gegen den Islam

20 09 2007

Reinhard ist ganz schön wütend. Und zwar auf den Islam. Den findet er nämlich aus irgendeinem Grunde ganz schön doof. Und gefährlich noch dazu. Deswegen hat Reinhard etwa 21% des Internets mit antiislamischen Inhalten zugekleistert.

Zunächst: koranalyse.de Hier “analysiert” Reinhard, der irgendwoher einen Doktortitel hat, den Koran. Will sagen: Er zerfitzelt den Koran in kleinste Stückchen, sucht sich für ihn angenehme Dinge heraus und beweist somit heroisch, aber leider in keinster Weise wissenschaftlich, dass der Koran gar fürchterlich gewalttätig sei und alle Muslime zum bewaffneten Kampf gegen Reinhard und seine Glaubensbrüder aufrufe.

Stilblüten: “Allah hat den Muslimen Abscheu gegen jeden anderen Glauben in ihre Herzen geflößt.

Gott billigt den Sex mit Kindern - das geht aus dem Koran eindeutig hervor.” usw. Den Rest des Beitrags lesen »